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Imkerei

(Erster Entwurf)

Was ist mir wichtig?

Mein Leitbild: Erst die Biene, dann der Imker.

Bienen sind faszinierende und hochsoziale Lebewesen. Für mich stehen sie nicht als Honigproduzenten im Mittelpunkt, sondern als unverzichtbarer Teil unserer Natur. Eine gute Imkerei erkennt man nicht daran, wie viel Honig sie erntet, sondern daran, wie sie mit ihren Bienen umgeht.

Respekt vor den Bienen:

Die Bedürfnisse des Bienenvolkes stehen für mich vor den Bedürfnissen des Imkers. Auch wenn dies in manchen Jahren viel Arbeit und kaum Ertrag bedeutet.

Im Einklang mit der Natur:

Die Honigbiene hat sich über Millionen Jahre an ihre Umwelt angepasst. Vieles kann sie besser, als wir Menschen es je könnten. Doch ihre Umwelt hat sich in kurzer Zeit stark verändert. Deshalb sehe ich meine Aufgabe nicht darin, die Bienen zu beherrschen, sondern sie dort zu unterstützen, wo der Mensch ihre natürlichen Lebensbedingungen verändert hat.

Qualität statt Quantität:

Lieber weniger ernten und dafür hochwertige Naturprodukte gewinnen. Nicht die Erntemenge entscheidet über eine gute Imkerei, sondern die Qualität ihrer Produkte und der respektvolle Umgang mit den Bienen.

Regionalität:

Unsere Bienen sammeln den Nektar der Landschaft, in der wir leben. Jede Tracht, jeder Standort und jedes Jahr verleihen dem Honig ihren eigenen Charakter. Honig lässt sich importieren – Bestäubung nicht.

Offenheit für Neues:

Tradition und Erfahrung bilden das Fundament meiner Imkerei. Gleichzeitig verändern sich Landschaft, Klima und Lebensbedingungen stetig. Deshalb möchte ich Bewährtes mit aktuellen wissenschaftlichen Erkenntnissen verbinden und meine Imkerei kontinuierlich weiterentwickeln.

Gesunde und vitale Bienenvölker

Mein Ziel sind starke, widerstandsfähige und langlebige Bienenvölker. Bienen, die möglichst selbstständig mit ihrer Umwelt zurechtkommen und gleichzeitig gut auf zukünftige Herausforderungen vorbereitet sind – sei es der Klimawandel, längere Trockenperioden oder neue Krankheiten und Schädlinge.

Naturnahe Imkerei

Ich möchte eine Imkerei betreiben, die natürliche Verhaltensweisen der Bienen möglichst erhält und Eingriffe auf das notwendige Maß beschränkt. Die Bienen und die Natur geben die Richtung vor – nicht der Imker.

Behandlungsarme Betriebsweise

Langfristig strebe ich eine möglichst behandlungsarme Betriebsweise an, ohne dabei das Wohl der Bienen aus den Augen zu verlieren. Für mich bedeutet das, Krankheiten und Probleme möglichst durch eine angepasste Betriebsweise, gesunde Bienenvölker und natürliche Zusammenhänge zu vermeiden, anstatt sie später behandeln zu müssen. Ziel ist es, auf chemische oder biologische Behandlungsmittel ebenso wie auf starke Eingriffe in den natürlichen Brutzyklus weitgehend verzichten zu können.

Eine gesunde ‘Marchtrenker Landbiene’

Nicht maximale Zuchtleistungen oder Rekorde stehen im Vordergrund, sondern robuste, an unsere Region angepasste Bienen. Langfristig wünsche ich mir Bienenvölker, die sich an die örtlichen Gegebenheiten anpassen und ihre guten Eigenschaften selbstständig an die nächste Generation weitergeben.

Wissen weitergeben

„Wir schützen nur, was wir kennen.“ 

Bienen und ihre Produkte verdienen mehr Aufmerksamkeit. Deshalb ist es mir ein Anliegen, Wissen über Bienen, Imkerei und Apitherapie durch Vorträge, Führungen und Veranstaltungen weiterzugeben. Vielleicht gelingt es dabei auch, den einen oder die andere für diese faszinierenden Lebewesen zu begeistern.

Hochwertige Bienenprodukte und das Apithera-Siegel

Zur Imkerei bin ich über die Apitherapie gekommen. Deshalb ist mein Ziel nicht eine möglichst große Honigernte, sondern hochwertige, naturbelassene und im Sinne der Apitherapie wertvolle Bienenprodukte. Dazu gehören neben Honig auch Propolis, Pollen, Wachs und viele weitere Erzeugnisse. Das Apithera-Siegel soll diesen Qualitätsanspruch durch unabhängige Untersuchungen auf Qualität und Rückstände bestätigen.

Langfristig möchte ich die Bienenhütte außerdem für die Stockluft-Therapie erweitern und damit einen weiteren Bereich der Apitherapie zugänglich machen.

Wie versuche ich meine Ziele zu erreichen?

Den Bienen zuhören

Beobachten statt eingreifen! Die Bienen wissen seit Millionen Jahren, wie sie als Volk überleben. Wenn wir ihr Verhalten nicht verstehen oder es nicht zu unseren Lehrbüchern passt, lohnt es sich, genauer hinzusehen. Oft liegt die Ursache nicht im Verhalten der Bienen, sondern darin, dass wir die Zusammenhänge noch nicht vollständig verstanden haben. Deshalb beobachte ich zuerst – und greife erst dann ein, wenn es wirklich notwendig ist.

Den Standort ernst nehmen

Nicht jede Biene passt an jeden Ort und nicht jeder Standort eignet sich für jede Betriebsweise. Ich kann die Umgebung der Bienen nur in einem kleinen Rahmen verbessern – anpassen muss sich die Imkerei an den Standort, nicht umgekehrt. Die Natur lässt sich nicht vorschreiben wie sie zu sein hat.

Ein möglichst natürliches Zuhause

Als Tischlermeister und geprüfter Restaurator habe ich mich mehrfach mit dem Thema Baupyhsik auseinandersetzen dürfen. Auch aus verschiedenen Perspektiven. Die heute verwendete Beuten wurden in erster Linie für eine einfache imkerliche Handhabung entwickelt. Sie berücksichtigen sie die bauphysikalischen Bedürfnisse eines Bienenvolkes nicht wirklich. Die Bienen können darin überleben, aber unter ständigem Stress und ungesunden Bedingungen. 

Deshalb baue ich meinen Beuten zunehmend selbst. Handhabbar für mich, vor allem aber passend für die Bedürfnisse der Bienen.

Zu dem natürlichen Zuhause gehört aber auch der Naturbau. Die Bienen dürfen sich ihre Waben so bauen, wie sie sie haben wollen. Sie dürfen selber entscheiden welche Zellen sie wo bauen, wo Lücken bleiben zum durch krabbeln und für die Kommunikation, und wo Trennwände oder Lücken wichtig sind für den Wintersitz. 

Eigene Nachzucht

Viele Königinnenzüchter setzen auf Kriterien die für den Imker vorteilhaft sind, wie z. B. Honigertrag – müssen dafür aber ihre Völker ständig behandeln. Für die ‘Marchtrenker Landbiene’ gehe ich einen anderen Weg: die sanfte Selektion. Jede Königin bekommt eine Chance. Wenn sie aber Eigenschaften hat, die schlecht für ihr Volk sind, wird sie nicht weiter vermehrt. Ich züchte also nicht auf bestimmte Faktoren hin, sondern vermehre schlechte Eigenschaften nicht weiter, lasse aber die Richtung der Entwicklung den Bienen und der Natur offen.

Schonende Verarbeitung

Die Bienen produzieren unglaublich wertvolle Lebensmittel und Nahrungsergänzungsmittel. Um die wertvollen Inhaltsstoffe möglichst gut zu erhalten ist eine schonende Verarbeitung wichtig. So lässt sich der Honig z. B. schneller schleudern als pressen, aber die investierte Zeit und Arbeit machen den Honig noch ursprünglicher und wertvoller.

Vielfalt fördern

Nicht nur der Mensch braucht eine vielfältige und bunte Ernährung. Auch Bienen, Wildbienen, Schmetterlinge und andere Insekten benötigen dies. Eine vielfältige Landschaft ist die Grundlage gesunder Bienenvölker.

Zu der Vielfalt gehört nicht nur die Landschaft in Frühjahr, Sommer und Herbst, sondern auch im Winter. Zuckerwasser ist keine Vielfalt. Auch im Winter spielt die Ernährung der Bienen eine wichtige Rolle. Deshalb sollen meine Völker möglichst auf ihrem eigenen Honig überwintern. Honig ist für uns Menschen gesünder wie Kristallzucker – für die Bienen aber auch!

Lernen hört nie auf

Beobachten, lesen, nachdenken und immer wieder auch einmal etwas ausprobieren. Und vor allem: die traditionellen Gewissheiten hinterfragen. Nicht jede bewährte Methode passt zu jeder Region, jedem Standort und jeder Imkerei. Deshalb gehört Lernen für mich zur Imkerei dazu.

Gute Imkerei entwickelt sich ständig weiter.

Zeit geben

Gute Imkerei braucht Geduld, nicht jede Entwicklung lässt sich beschleunigen. Es muss auch nicht jede Entscheidung sofort getroffen werden – manchmal besteht gute Imkerei darin, den Bienen Zeit zu geben und abzuwarten, ob sie es nicht doch alleine hinbekommen.

Warum kostet Honig so unterschiedlich viel?

Die gleiche Frage könnten Sie auch beim Wein stellen.

Natürlich ist der Geschmack ein Faktor. Aber nicht der einzige.
Warum kostet ein Wein unterschiedlich viel – und warum ein Honig auch?

Wie beim Wein entsteht auch Honig nicht in einer Fabrik, sondern in der Natur. Standort, Witterung, Blütenvielfalt, Erntezeitpunkt und die Arbeitsweise des Imkers prägen seinen Charakter. Deshalb gleicht kein Jahrgang dem anderen – und genau darin liegt der besondere Wert eines naturbelassenen Honigs.

 

Ein guter Winzer…

kennt seine Reben und seinen Boden

arbeitet mit den Jahreszeiten

begrenzt den Ertrag

verarbeitet schonend

denkt langfristig

setzt auf Qualität statt Quantität

macht selektive Handlese

überlegt genau den Ausbau im Keller

investiert kontinuierlich in Betrieb und Bildung

hat eine Philosophie oder Vision

–

Ein guter Wein hängt vor allem damit zusammen, wie der:die Winzer:in im Weinberg mit den Reben und im Keller mit den Trauben umgeht.

Ein guter Imker…

kennt seine Völker und seine Tracht

arbeitet mit dem Jahreslauf der Bienen

begrenzt die Ernte/überwintert auf Honig

verarbeitet schonend

denkt langfristig

setzt auf Qualität statt Quantität

erntet in Einklang mit dem Volk

Verarbeitet die Produkte möglichst schonend

investiert kontinuierlich in Betrieb und Bildung

hat eine Philosophie oder Vision

–

Ein guter Honig hängt vor allem damit zusammen, wie der:de Imker:in mit den Völkern am Stand und der Ernte zu Hause umgeht.

Viele dieser Faktoren kann niemand beeinflussen. Andere sind bewusste Entscheidungen des Imkers. Meine Entscheidungen orientieren sich nicht am maximalen Ertrag, sondern an den Bedürfnissen der Bienen und an der Qualität des Endprodukts. Das bedeutet mehr Zeit, mehr Handarbeit und oft auch weniger Honig – aber genau darin liegt für mich der Unterschied.

Der Wert eines Honigs entsteht nicht erst im Glas, sondern viele Monate zuvor – auf der Wiese, im Bienenvolk und in den Entscheidungen des Imkers.