Bienenwachs

Bienenwachs frische, weiße Wabe mit erstem Honig

Bienenwachs - Ganz allgemein

Bienenwachs (cera flava) ist das Baumaterial der Bienen um die Waben her zu stellen. In einem biochemischen Prozess wird das Wachs zuerst im Körper der Bienen produziert. Anschließend scheiden es die Bienen über die Wachsdrüsen aus, um es dann im Mund zu kneten und in der Wabe zu verbauen.


Am Anfang ist das Wachs noch ganz hell, fast weiß. Dann wird es auch cera alba genannt. Erst durch das einlagern von Honig und Pollen wird es gelb. In den Brutwaben wird es ganz dunkel und muss erst aufbereitet und gereinigt werden, um weiter verwendet werden zu können.
Die Herstellung von Wachs ist ganz erstaunlich: zum ersten ist es ein nicht destruktiver Prozess. Das heisst, es wird nichts zerstört oder weggenommen wie bei unseren Baumaterialien. Wasser, Nektar, Honig, Pollen, Baumharze, mehr haben die Bienen nicht zur Verfügung. Zum Zweiten ist der chemische Prozess extrem komplex, also von uns gar nicht so einfach nach zu machen. Und zum dritten ist es ein vollkommen natürliches Produkt, welches (wenn sie dran kommen) von den Wachsmotten wieder der Natur zugefügt wird.

Bienenwachs-Sorten

Bienenwachs frische, weiße Wabe

Für kosmetische Produkte verwenden wir häufig das „weiße“ Bienenwachs. In der Regel besteht dies aber auch aus gereinigtem „gelben“ Bienenwachs. Aus Gesundheitlicher Sicht ist das „gelbe“ Wachs oftmals aber interessanter, weil mit den Farbstoffen auch wertvolle Inhaltsstoffe aufgenommen werden.

Wir unterscheiden auch zwischen dem Deckelwachs und dem Wabenwachs. Mit dem Deckelwachs verschließen die Bienen den fertigen Honig, um ihn zu konservieren. Er ist also immer ganz frisch und jung, und hat nur Kontakt mit dem Honig gehabt. Es gilt als das hochwertigste Wachs für die Apitherapie und die Kosmetik.
Das Wabenwachs kann aus dem aktuellen Jahr sein, bei einem Wachskreislauf aber auch schon mehrfach benutzt worden sein. In ihm kann schon Honig, Pollen oder Bienenbrot eingelagert gewesen sein, und es kann ggf. auch schon für die Brut verwendet worden sein.
Im Gegensatz zu pflanzlichen Ölen ist Bienenwachs sehr gut haltbar, denn es wird nicht ranzig, trocknet nicht aus, und wird auch nicht durch die Lagerung zerstört.
Als Lebensmittelzusatzstoff trägt es die Bezeichnung E 901.

Verwendung von Bienenwachs

Das beste Wachs verwendet der Imker für Kosmetik (Salben, Cremes, Lippenpflege). Aus der nächst besten Qualität werden in der Regel neue Mittelwände gemacht. Und das „schlechteste“ Wachs wird zu Kerzen verarbeitet. Der Vorteil von Bienenwachskerzen ist, dass sie nicht nur gut riechen, sondern auch verbrennen ohne zu rauchen.

Bienenwachskerzen

Bienenwachs ist ein natürliches, in Wasser nicht lösliches Material. Trotzdem kann es sich im Mund in wenigen Minuten auflösen, wenn gewünscht. Dazu benötigt man dann Öl bzw. Ölsamen oder Nüsse. Zusammen gekaut lösen die pflanzlichen Öle das Wachs auf, verbinden sich und sind so für den Körper anders verwertbar. Dazu das Wachs mit Ölsamen oder Nüssen im Verhältniss 1:5 (1 Teil Wachs) mischen und zusammen kauen.

Die Zusammensetzung von Bienenwachs

Bienenwachs setzt sich wie folgt zusammen (nach Dr. A. P. Tulloch vom National Research Council of Canada / Durchschnittswerte):

  • Kohlenhydrate: ca. 14%
  • Ester: Monoester: ca. 35%, Diester: ca. 14%, Triester: ca. 3%, Hydroximonoester: 4%, Hydroxipolyester: 8%, saure Ester: 1%, saure Polyester: 2%
  • freie Säuren: ca. 12%
  • freie Alkohole: ca. 1%
  • weitere Inhalsstoffe: ca- 6%
    • Pollen
    • Beta-Carotin (Vitamin A)
    • Polyphenole
    • Aromastoffe
 

Bienenwachs - Die Wirkung

Bienenwachs Seife aus Bienenwachs

Leider kennen viele Menschen Bienenwachs nur in Form von Bienenwachskerzen. Dabei kann man mit dem Wachs noch viel mehr anfangen. Auch für die eigene Gesundheit.

In das Wachs, insbesondere beim Wabenbau für die Brut, werden Pollen und winzig kleine Propoliströpfchen mit in das Wachs eingebaut.

Dadurch hat das Wachs eine ähnliche Wirkung wie Propolis, ist aber viel sanfter. Dadurch lässt sich Bienenwachs auch sehr gut bei kleinen Kindern einsetzen, z.B. als Bienenwachsauflage oder Bienenwachswickel.

Weitere Eigenschaften:

  • hautschützend und -erweichend
  • antiseptisch
  • antioxidativ
  • antibiotisch
  • entzündungshemmend (durch die Phenole)
  • isolierend (als Aussenbeschichtung bei Tabletten und Pillen)
  • Fördert Schorf- & Narbenbildung

 

In Kombination mit Rohpropolis oder Propolisextrakt, und auch mit der Aromatherapie, lässt sich die Wirkung dann auch nach Bedarf verstärken. In Form von Wickeln, Auflagen, Pflastern, Cremes, Salben, Lippenpflege, …..

Äußere Anwendung . . .

Es gibt verschiedene Möglichkeiten Bienenwachs äußerlich anzuwenden. Hier ein paar Beispiele:

  • Bei Schmerzen und Krankheiten die durch Kälte verursacht, oder verschlechtert werden eignet sich ein Wärmepflaster mit Bienenwachs.
  • Bei Husten und Erkältung sowie bei Verspannungen helfen Bienenwachswickel. Die Heilsame Wirkung des Bienenwachstuches ist äußerst wirksam.
Bienenwachs bei der Cremeherstellung
  • Bei Lenden- und Rückenschmerzenhelfen ebenfalls bienenwachswickel, ggf. zusammen mit Propolistinktur.
  • Bei verschiedenen Hautproblemen, inklusive Akne, helfen bienenwachshaltige Hautcremes und Gesichtsmasken.
  • Zur Enthaarung kann Bienenwachs gut verwendet werden (kosmetische Verwendung).
  • Bienenwachs ist als schmerzstillender und entzündungshemmender Bestandteil in Salben und Lippenpflegestiften enthalten. Ggf. mit Propolisextrakten.

. . . und innere Anwendung von Bienenwachs

Bienenwachs kann unterstützend angewendet werden bei:

  • Mundkrankheiten einschließlich Zahnfleischerkrankungen:
    • Kaue bei entzündetem Zahnfleisch Deckelwachs.
    • Kaue Deckelwachs ggf. zusammen mit Propolis und / oder Bienenbrot oder Pollen.
    • Verdeckelungswachs kauen bei ersten Erkältungssymptomen. Wenn das nicht reicht Verdeckelungswachs mit Propolis.
    • Deckelwachs mit ätherischen Ölen aromatisieren und als Kaugummi kauen.
    • ggf. auch mit Kräuterextrakten aufwerten.
  • Nasen-, Stirnhöhlen-, Rachen- und Kehlkopfkrankheiten, z.B. Heuschnupfen, Pharyngitis und Laryngitis.
  • Verstopfung und anderen Darmkrankheiten. Darreichung in Form von:
    • Mischung mit Propolis, Honig, Pollen / Bienenbrot, Kräuterextraktionen wie Tinkturen und ätherischen Ölen, Ölsamen.
    • Kapseln und Tabletten die gekaut und / oder geschluckt werden.
    • Zäpfchen aus Wachs mit Propolis, Harz und / oder anderen natürlichen Substanzen.
  • Krankheiten der Scheide, Darreichung als Vaginalzäpfchen.

Hinweise zum Umgang mit Bienenwachs

  • Wie bei allen Bienenprodukten gilt es natürlich sicher zu stellen, dass es keine Allergien gibt.
  • Und wie bei allen Nahrungsmitteln, NEMs und kosmetischen Artikeln immer auf die Frische und das Verfallsdatum schauen. Und natürlich auf Reinheit und Qualität!
  • An einem dunklen und kühlen Ort aufbewahren.
Bienenwachs dunkle Wabe
  • Wenn man noch keinen Umgang mit Bienenwachs hatte, ggf. erst mit kleinen Dosen beginnen und langsam steigern.
  • Die ideale Temperatur von Bienenwachswickeln, Wärmepflaster oder Bienenwachstüchern leigt bei 40°C. Bei Anwendung mit Wärmekissen, Schafswolle, o.ä. reicht in der Regel die Körpertemeratur aus.
  • Das weiße, helle Bienenwachs eignet sich vor allem für Wärmeanwendungen und Salben. Wenn antibakterielle oder antioxidative Effekte im Vordergrund stehen verwendet man besser frisches gelbes Wachs.
  • Altes, oxidiertes und mit anderen Fetten verunreinigtes Bienenwachs ist viel dunkler gefärbt und auf keinen Fall für therapeutische oder kosmetische Zwecke geeignet.

Bei weiteren Fragen zum Wachs, zur Apitherapie und deren Verwendung nimm einfach Kontakt zu mir auf. 

Gerne auch, wenn Du weitere Fragen hast zur Aromatherapie im Alltag, ätherischen Ölen, einen gesunden Lebensstil, oder der Frage, wie man damit Geld verdienen kann.

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