Honig – Superfood mit Heilkraft

Honig mit Mittelwand auf hellen Holzbrettern

Für viele Menschen ist Honig „nur“ ein Süßungsmittel wie viele andere auch. Mit viel zu vielen Kohlenhydraten! Für andere ist es „nur“ ein Brotaufstrich. Beides ist richtig. Aber beides ist auch nur ein kleiner Teil von der Wahrheit. Denn Honig ist so viel mehr als das. Nämlich ein Superfood mit Heilkraft!

Es geht also weiter mit meiner Serie zur Apitherapie. Und natürlich fange ich mit dem Honig an. Zum einen weil er extrem vielseitig ist, und zum anderen, weil ihn wohl eh jeder zu Hause hat.

Aber der Reihe nach.

Zur Geschichte des Honigs

Schon die Ägypter benutzten den Honig nicht nur zum süßen, sondern auch äusserlich. Sie wussten um die desinfizierende und antibakterielle Wirkung. So kam er auch in Mischungen für die Balsamierung zum Einsatz.

Diverse Höhlenzeichnungen belegen aber, dass wir den Honig schon viel länger verwendet haben. Die Frage bleibt nur ob die Höhlenzeichner auch schon um die Heilkraft wussten. So oder so gehören die Bienen zu den ersten Nutztieren, die wir hatten.

Römer und Griechen machten dann jedenfalls weiter und integrierten den Honig, aber auch andere Bienenprodukte konsequent in ihre jeweilige Heilkunde. Das setzte sich dann im Mittelalter in der Klostermedizin fort bis zu den Hausmitteln unserer Omas. 

Dann ist das Ganze leider etwas in Vergessenheit geraten.

Imker mit einem Rähmchen voller Bienen

Zu erwähnen sei hier auch noch, dass die Bienen und ihr Honig in vielen Kulturen auch mystische Bedeutungen hatten. Sie standen oft in Verbindung mit der Sonne, den zwei Welten und dem „süßen Leben“. Auch aus der Bibel kennen wir „das Land in dem Milch und Honig fließt“.

Etwas allgemeines zum Honig und zu natürlichen Mitteln

Bienen auf einer Wabe im Naturbau

Rechtlich gesehen ist folgendes zu beachten: Honig und Wachs sind als Lebensmittel zugelassen. Blütenpollen, Propolis und Gelée Royale sind Nahrungsergänzungsmittel. Es handelt sich also juristisch nicht um Medikamente oder ähnliches. Zahlreiche Studien belegen den positiven Nutzen der Bienenstoffe für unsere Gesundheit. Auch gibt es reichlich wissenschaftliche Belege für die Inhaltsstoffe und deren Wirkung. Dem Honig lässt sich also eine Heilsame Wirkung nachweisen, aber er ist „nur ein Lebensmittel“ und darf ohne entsprechende Prüfung nicht mit gesundheitsbezogenen Aussagen beworben werden.

Und damit sind wir auch schon bei dem nächsten Problem der Naturheilkunde: Wir haben natürliche Produkte. Jedes Jahr ist anders, jede Ernte ist anders, jeder Honig anders. Der Vorteil dabei ist, dass unser Körper auf natürliche Substanzen eingestellt ist, und dass z.B. Bakterien keine Resistenzen ausprägen können, da die Produkte eben immer variieren und auch Alterungsprozessen unterliegen.
Der Nachteil in unserer technisierten und genormten Welt liegt gleichermaßen auf der Hand: Wir haben z.B. eine Studie zur Wirkung des Honig von Imker Z aus Y, aus dem Jahr X mit der Bienensorte W in einer Höhenlage V … – Ein anderer Honig, eines anderen Imker oder einer anderen Lage könnte ja anders sein, und dementsprechend eine andere Wirkung, oder auch gar keine haben. Für eine medizinische Zulassung braucht es aber festgeschriebene, genormte Inhalts- bzw. Wirkstoffe in festgelegter Menge (z.B. Paracetamol, 125mg).

Und noch etwas allgemeines:
Wie bei allen Naturprodukten kommt es auch beim Honig (zumindest wenn er nicht nur süß sein soll) auf Reinheit, Naturbelassenheit und Qualität an. Leider haben gesunde Stoffe meist die Eigenschaft sehr empfindlich zu sein. Gegen Temperaturen, Licht, Verarbeitung, Zusatzstoffen, Extraktion, usw., usf. Das heisst: Je naturbelassener der Honig ist, je schonender er behandelt wurde, und je besser er gelagert wurde, um so mehr wertvolle Inhaltsstoffe bleiben erhalten. 

Da haben wir in Österreich einen großen Vorteil: wir haben eine sehr kleinteilige Imkerei-Landschaft. Die überwiegende Anzahl an Imkern in Österreich (und Europa) sind Hobbyimker. Als Hobby kann man damit nicht viel Geld verdienen, in den meisten Fällen sind die Imker froh wenn sie die Unkosten decken können. Der Vorteil dabei ist aber, dass sie die Imkerei aus Leidenschaft und Überzeugung betreiben, und dass ihnen eine hohe Qualität wichtig ist.

Jetzt aber zum Honig...

Weiß, goldgelb oder dunkelbraun. Transparent, milchig oder undurchsichtig. Flüssig, cremig oder fest. Honig kann schon sehr unterschiedlich daher kommen, aber was ist Honig eigentlich genau? Laut österreichischer Honigverordnung (Fassung vom 10.01.2018) ist Honig:

„§ 2. Im Sinne dieser Verordnung ist ‚Honig‘ der natursüße Stoff, der von Bienen der Art Apis mellifera erzeugt wird, indem die Bienen Nektar von Pflanzen, Absonderungen lebender Pflanzenteile oder auf den lebenden Pflanzenteilen befindliche Sekrete von an Pflanzen saugenden Insekten aufnehmen, diese mit arteigenen Stoffen versetzen, umwandeln, einlagern, dehydratisieren und in den Waben des Bienenstockes speichern und reifen lassen.“

Die Unterscheidung der Honige kann auf verschiedene Weise geschehen: Nach Ursprung (z.B. „Blütenhonig“), nach Haupt-Pflanzenart (z.B. „Rapshonig“) nach Herstellungsart oder Angebotsform (z.B. „Wabenhonig“). Es gibt aber auch Unterteilungen je nach Herkunft der Blüten oder Pflanzenteilen, nach regionaler, Territorialer oder topographischer Herkunft. Oder auch nach besonderen Qualitätskriterien, oder Verwendungen (z.B. Backhonig).
Dazu aber später mehr, denn das ist einen eigenen BlogPost wert.

Honig ist ein guter Energiespender. Vor allem Glukose und Fruktose können als Monosaccharide (einfache Zuckermoleküle) schnell und einfach aufgenommen und dem Körper zur Verfügung gestellt weden. Er unterstützt aber auch lang anhaltende und wiederholende Belastungen wie Sport und körperliche Arbeit. Dadurch beugt er auch Erschöpfungen vor und verbessert die Regeneration.

Dies Liegt daran, dass es im Honig neben den einfachen Zuckern auch zweifache und mehrfache Zucker gibt. Und dass es auch noch viele andere Bestandteile im Honig gibt. Bei der Aufnahme von Honig ist die Blutzuckerkurve im Vergleich zu Kristallzucker langsamer an- und absteigend, deutlich flacher und länger. So verrückt es auch klingen mag: durch eine vermehrte Aufnahme von Honig kann sagar das Körpergewicht reduziert werden, da Heißhungerattacken und Lust auf süßes reduziert wird. 

Mehr als nur Süßstoff

Ein weiterer großer Unterschied im Vergleich zu Kristallzucker und ähnlichem ist, dass Honig noch viele andere Stoffe enthält. Das mögen zwar in Summe nur bis zu 2 oder 3 Prozent sein, aber die machen einen gewaltigen Unterschied. Zum Vergleich: ein Kräutertee (mit wissenschaftlich nachgewiesener Wirkung) besteht immer noch zu über 99,9% aus Wasser. Aber die >0,1% habe die Wirkung. Von da her sind 2 – 3 % schon richtig viel.

Was also ist so alles drin im Honig? Unter anderem: 

Mineralien und Spurenelemente: Magnesium, Kieselsäure, Phosphor, Schwefel, Mangan, Silicium, Kalium, Natrium, Calcium, Kupfer, Eisen, Chlor

Vitamine: Nicotinsäure, PP-Faktor, Pantothensäure, Ascorbinsäure (C), Thiamin (B1), Riboflavin (B2), Pyritoxin (B6), Folsäure, Biotin H

Enzyme: Glukose-Oxidase, Phosphatase, Invertase, Diseatase, Katalase

Aminosäuren: Leucin / Isoleucin, Asparaginsäure, Glutaminsäure, Phenylalanin, Threonin, Alanin, Arginin, Histidin, Glycin, Cystin, Lysin, Prolin, Serin, Valin

Säuren: Polyglutaminsäure, Ameisensäure, Phosporsäure, Citronensäure, Salzsäure, Essigsäure, Apfelsäure, Milchsäure, Buttersäure, Succinsäure, Glukonsäure

des Weiteren: Pollen, Cholin, Acetylcholin, Wuchsstoffe, Arbutin, Penicillin, Duftstoffe, Inhibine,..m

Und was bringt uns das?

Honig aus therapeutischer Sicht

In verschiedenen Studien wird sich auf einzelne Inhaltsstoffe des Honigs konzentriert, aber das ist kein wirklich guter Zugang. Honig ist als ganzheitliches Naturprodukt zu sehen. Wie bei vielen Kräutern und Naturprodukten ist die Mischung und das Zusammenspiel des Ganzen der entscheidende Punkt. Die vielen Inhaltsstoffe die sich gegenseitig ausgleichen, unterstützen, verstärken. Als regionales Produkt bildet es immer den Aktuellen Stand vor Ort wieder. Und so werden die Verhältnisse der Inhaltsstoffe, als auch die Wirkungen immer wieder von einander abweichen. In Blütenhonig sind durch einen höheren Pollenanteil z.B. mehr Vitamine enthalten. In einem Waldhonig dagegen deutlich mehr Mineralstoffe.

Bienen auf einer Wabe

Ein Problem das wir bei Nahrungsergänzungsmittel immer wieder haben ist das folgende: Verschiedene Inhaltsstoffe und deren Aufnahme hängen von einander ab. So beeinflussen sich die Vitamine A, C und E gegenseitig. Calzium können wir nur aufnehmen wenn auch ein passender Magnesiumspiegel vorhanden ist usw.
Honig als Mischung vieler verschiedener Stoffe unterstützt sich dabei selber. Z.B.:

  • Vitamin B1, unterstützt von Mangan, ist notwendig bei der Aufspaltung von Zuckerverbindungen.
  • Das Magnesium kann aufgenommen werden, weil das dazu benötigte Vitamin B6 auch vorhanden ist.
  • Eisen im Honig kann aufgenommen werden, weil auch Vitamin C und Kupfer vorhanden sind. (Im übrigen kann der Eisenanteil in Waldhonig pro 100g doppelt so hoch sein wie bei Rindfleisch.)
  • Das enthaltene Chrom ist wichtig für die Aufnahme und Verwendung von Traubenzucker, da es die Wirkung des Insulin verbessert. Es gilt als „Glucose-Toleranzfaktor“

Gesundheitliche Faktoren:

  • Im Honig befinden sich auch zwei wichtige Aminosäuren, Grundbausteine für unseren Körper: Cholin und Acetylcholin. Letzteres kann eine gute Unterstützung bei verschiedenen Herzkrankheiten sein. Cholin hingegen verbessert die Zuckerausnützung und die Bildung von Glykogenen in der Leber.
  • Der Pollen im Honig kann eine positive Wirkung auf Allergiker haben. Verschiedene Allergologen empfehlen Pollenallergikern einen täglichen Genuss von 1 Teelöffel Honig um den Körper sanft an die Pollen zu gewöhnen. Der Honig dafür muss allerdings naturbelassen sein, und aus der direkten Umgebung der Betroffenen kommen.
  • Im Honig sind über 100 verschiedene Duft- & Aromastoffe, sowie Inhibine vorhanden. Ihnen wird die lindernde Wirkung des Honigs bei Infekten der oberen Atemwege zugesprochen. Und in der Tat haben die alten Hausmittel wie warme Honig-Milch oder der Honig im Tee nach wie vor ihre wirkende Berechtigung. Insbesondere bei der Tee-Auswahl lassen sich dann noch einmal zusätzliche Synergien erschaffen…..

Schon vor 3000 Jahren erkannten die indischen und chinesischen Ärzte, dass Honig die Bioverfügbarkeit anderer Arzneien verbessert. D. h., der Körper kann vermehrt / verstärkt die Inhaltsstoffe aufnehmen.

Aus wissenschaflichen Forschungen, aber auch aus der Beobachtung und dem alten Volkswissen werden dem Honig unter anderem folgende Wirkungen zugesprochen:

  • antibakteriell
  • antioxidativ
  • energiespendend
  • antiparasitär
  • entzündungshemmend
  • emulgierend
  • abführend
  • entgiftend
  • konservierend
Biene an einer Blüte

Die Wirkung des Honigs

Die antibakterielle Wirkung des Honigs zum Beispiel, beruht auf verschiedenen Mechanismen:

  • Durch Enzyme entstehen kleine Mengen Wasserstoffperoxid, ein antiseptisches Mittel.
  • Durch den hohen Zuckergehlt ist der Honig hygroskopisch, nimmt also gerne Wasser auf. Auch aus den Zellen von lebenden Bakterien, die dadurch geschwächt oder getötet werden.
  • Honig enthält wenige Substanzen von denen Bakterien leben können.
  • Durch die enthaltenen Säure ist der Honig leicht sauer und „verätzt“ seine Umgebung. Für uns kein Problem, für Bakterien sehr ungünstig.
  • Einige Inhaltsstoffe des Honig (z.B. die Polyphenole) haben eine direkte antibakterielle Wirkung.
  • Die Interaktion zwischen den Bakterien wird gestört. Es kann sich kaum ein Biofilm bilden.
kristallisierter Honig im Glas

Eine keimtötende Wirkung des Honigs konnte schon bei über 60 Bakterien und Pilzen nachgewiesen werden.
Die Honigsorten mit der stärksten antibakteriellen Wirkung sind: Thymian-, Kastanien-, Tannen-, Honigtau-, Eukalyptus-, Lavendel-, und Blütenhonig.
Natürlich lässt sich die Wirkung auch durch Zugabe von Propolisprodukten und ätherischen Ölen steigern.

Honig enthält viele Polyphenole, die als Antioxidantien wirken und „freie Radikale“ binden. Dadurch werden andere, wichtig Moleküle im Körper geschützt. Auch wird die Wirkung andere Antioxidantien wie der Vitamine C und E, Beta-Carotin und Glutathion verstärkt.

Honig hat aber auch einen positiven Einfluss auf unsere Immunsystem. Man nennt dies „immunstimmulierend“. Dies fördert der Honig durch unterstützung der:

  • Leukodiapedese: Übergang der weißen Blutzellen in das Gewebe.
  • Phagozytose: besondere weiße Blutkörperchen, die Bakterien „auffressen“.
  • Produktion der weißen Blutzellen im Knochenmark und der Prägung (Spezialisierung) in den Lymphknoten.

Soviel viel erst einmal zu dem Honig selbst. Bleibt die Frage welche Honige es gibt, wie sie angewendet werden, welche Rezepte es dazu gibt, usw. Dazu mehr in Kürze. Einen Start in die Apitherapie kann man aber jederzeit machen, indem Mann und Frau anfängt Haushaltszucker durch Honig zu ersetzen. Das wäre schon einmal ein guter, erster Schritt.

Einen kurzen Überblick über die Apitherapie im allgemeinen und die anderen Bienenprodukte gibt es hier in einem anderen BlogPost.

Nähere Infos zur Apiterhapie gibt es natürlich auch bei der Österreichischen Gesellschaft für Apitherapie.

Mehr Infos zur Biene und zum Honig gibt es beim Österreichischen Imkerbund

Bei weiteren Fragen zum Honig, zur Apitherapie und deren Verwendung nimm einfach Kontakt zu mir auf. 

Gerne auch, wenn Du weitere Fragen hast zur Aromatherapie im Alltag, ätherischen Ölen, einen gesunden Lebensstil, oder der Frage, wie man damit Geld verdienen kann.

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