Detox-Kur im Frühjahr

Wacholderbeeren mit Deko

Warum wir unseren Körper von Zeit zu Zeit reinigen und entgiften sollten habe ich hier einmal ganz kurz zusammen gefasst. Beim letzten Mal ging es dann um das Fasten. Und für alle, die sich mit dem Fasten nicht so anfreunden können, gibt es jetzt ein paar Varianten für eine Detox-Kur, die sich mit dem normalen Essen kombinieren lassen.

Aber natürlich kann man manches davon auch mit dem Fasten kombinieren. Und auch wenn sich das Frühjahr für eine Detox-Kur anbietet, so kann (oder sollte) Mann und Frau sie natürlich auch das ganze Jahr über machen. 

Ätherische Öle zur Unterstützung von Fasten und Detox-Kuren

Öl wird in eine Hand getropft

Ätherische Öle haben sehr viele Vorteile, die wir uns bei einer Detox-Kur und beim Fasten zunutze machen können. 

So gibt es zum Beispiel Öle, die im Körper Schadstoffe lösen. Der erste und wichtigste Schritt zum Entgiften. 

Dann gibt es Öle, die die Durchblutung und die Ausscheidung unterstützen. Wichtig für den Abtransport der Schadstoffe.

Es gibt Öle, die gezielt die verschiedenen Organe stärken oder anregen. Auch das kann von Vorteil sein. Auch können wir mit den Ölen gegen (versteckte) Entzündungen vorgehen, oder auch Schmerzen reduzieren. Z.B. die relativ häufigen Kopfschmerzen während manchen Entgiftungsphasen. 

Es gibt also vielfältige Einsatzmöglichkeiten. Bei Ölen die als Nahrungsergänzungsmittel (NEM) zugelassen sind, können wir sie am einfachsten trinken. Z.B. als Zitronen- oder Pfefferminzwasser. Wir können sie aber auch gut in einem Massageöl, einem Fußbad oder bei einem Wickel benutzen. Hier nur einmal eine kleine Auswahl an möglichen ätherische Ölen um eine Detox-Kur zu unterstützen:

  • Zitronen-Öl: bindet Metalle, löst Kunststoffe, reduziert Entzündungen, reinigt das Lymphsystem und die Atemwege, fördert Produktion von weißen Blutkörperchen.
  • Rosmarin-Öl: sehr gut zum entgiften von Leber und Galle (warme Bauch- und Leberwickel).
  • Grapefruit-Öl: verbessert die Zirkulation in den Lymphgefäßen, Toxine werden über Schweiß, Urin und Leber ausgeschieden.
  • Wacholder-Öl: unterstützt die Nierentätigkeit, befreit von Harnsäure, regt die Verdauung an, wirkt abführend, reinigt das Blut, entschlackt.
  • Pfefferminz-Öl: reguliert die Verdauung und beruhigt, fördert Konzentration, schwemmt gebundene Giftstoffe aus.
  • Lorbeer-Öl: sehr effektiv bei Verdauungsproblemen, reich an Antioxidantien, durchblutungssteigernd.
  • Mandarin-Öl: entspannt, bereitet auf Entgiftung vor, reinigt das Blut, regt den Kreislauf an.
  • Zimt-Öl: unterstützt die Nierentätigkeit, anregend und durchblutungsfördernd.
  • Thymian-Öl: verdauungsfördernd und Leberstärkend.

trockene Bürstenmassage

Unsere Haut ist nicht nur unsere „Grenze“ und unser Schutz vor der Aussenwelt. Sie ist eines unserer größten Organe (ca. 2qm), und eben auch ein Ausscheidungs- bzw. Entgiftungsorgan. 
Das wird leider oft vergessen und die Haut nur aus dem Blickwinkel der Schönheitspflege betrachtet. Aus gesundheitlicher Sicht wird sie zu sehr vernachlässigt und braucht mehr Aufmerksamkeit.

Einen Teil der Giftstoffe scheidet unser Körper eben auch über die Haut aus. Der Größte Teil wird über Stuhl und Urin ausgeschieden, ein weiterer kleiner Teil auch über die Atmung.

Badutensilien mit Trockenbürste

Riechen kann man die Hautauscheidungen unter Umständen beim Fasten: Dann ändert sich der Körpergeruch meist deutlich, die Bakterien auf der Haut bekommen ganz andere „Nahrung“ vom Körper zugespielt. Dabei arbeitet der Körper ganz einfach sehr effektiv und sucht sich für den Abtransport von Schadstoffen schlicht den kürzesten und einfachsten Weg.

Diesen Schadstoffabbau können wir durch eine Bürstenmassage unterstützen. Eine Massage mit einer Bürste (Naturborsten!) födert die Durchblutung der Haut und die Poren öffnen sich. Dadurch können die Schadstoffe besser ausgeschieden werden, und auch die Haut wird von alten Hautschuppen befreit.
Zusätzlich wirkt eine Bürstenmassage belebend und unterstützt die Vitalität unserer Haut.

Beginne am rechten Fuß, und massiere mit sanftem Druck in kreisenden Bewegungen an der Außenseite des Beins nach oben und an der Innenseite wieder nach unten zurück. Bearbeite das linke Bein genauso.

Bürste nun die rechte, anschließend die linke Gesäßhälfte.

Fahre fort, indem Du den rechten Arm beginnend an der Handinnenfläche nach oben und an der Armaußenseite wieder zur Hand hin abbürstest. Wechsle anschließend zum linken Arm.

Umkreise mit der Bürste die Brust in Form einer liegenden Acht.

Bürste den Bauch kreisförmig entsprechend dem Darmverlauf. Beginne dazu rechts unten und fahre in streichenden Bewegungen im Uhrzeigersinn nach links unten.

Beende die Massage, indem Du den Rücken abbürstest.

Zeitaufwand für eine Bürstenmassage beträgt ca. 5 bis 10 Minuten.
Am besten ist es, wenn Du die Bürstenmassage bei offenem Fenster machst, so bekommt der Körper direkt auch eine „Sauerstoffdusche“.

Anschließend kannst Du gerne duschen. Am besten aber nur mit Wasser, die Haut ist jetzt sehr sensibel.

Eine Bürstenmassage kann man das ganze Jahr über regelmäßig machen.

Zungeschaben und Ölziehen

Zungeschaben

Das Zungeschaben kommt aus dem Ayurvedischen morgentlichen Reinigungritual. Inzwischen hat es sich aber über der ganzen Welt verbreitet und erfreut sich (zu recht) wachsender Beliebtheit.

Auf der Zunge lagern sich über Nacht verschiedene Stoffe ab, die der Körper los werden will. Natürlich kann man sie auch zusammen mit dem Frühstück runterschlucken, aber dann muss sich der Darm noch einmal damit beschäftigen, was recht unnötig ist. Der Eine oder die Andere kennt vielleicht das morgentliche Gefühl von einem „Pelz“ auf der Zunge… Also weg damit.

Am besten direkt nach dem Aufstehen bevor man irgend etwas anderes macht geht man ins Bad und schabt, bzw. kratzt man den Belag von der Zunge. Dafür gibt es spezielle Zungenschaber, es reicht aber auch ein einfacher Teelöffel. Entscheidend ist nur, dass man von hinten nach vorne den Belag von der Zunge kratzt. Das kann man ruhig auch zwei oder drei mal hintereinander machen, je nachdem wie viel Belag man hat.

Am besten schließt man dann das Ölziehen an und putzt danach die Zähne. Das Zähneputzen vor dem Frühstück ist zwar vielleicht ungewohnt, so ist aber die Mundreinigung komplett und abgeschlossen.

Ölziehen

Ölziehen oder Ölkauen verbinden die meisten die es kennen wohl ebenso mit dem Ayurveda. Dort ist es zusammen mit dem Zungeschaben ein Teil der morgentlichen Reinigung. Es ist aber (z.B.) auch ein Teil der ukrainischen Volksmedizin. Der beste Zeitpunkt ist Morgens, direkt nach dem Aufstehen. Denn dann können die Schadstoffe, die in der Nacht abgelagert werden, am besten entfernt werden. Je nach Lebensumfeld kann aber auch eine Reinigung am Tag oder am Abend sinnvoll sein, denn die Mundhöhle ist eine wichtige Eintrittspforte für Krankheitserreger.

Es wird 1 TL bis 1 EL reines Pflanzenöl in den Mund genommen und für 10 Minuten gekaut und durch die Zähne gezogen. Nach dem Ausspucken (in den Mülleimer, sonst verkleben mit der Zeit die Rohre) den Mund mehrfach gründlich mit Wasser ausspülen oder die Zähne putzen.

Während dem Ölziehen nimmt das Öl erst einmal die fettlöslichen Erreger und Stoffwechselprodukte auf. Mit der Zeit vermischt sich das Öl mit dem Speichel und es entsteht eine Emulsion (Wasser-Fett-Gemisch), die auch wasserlösliche Stoffwechselprodukte und Schadstoffe aufnimmt. Zusätzlich werden die Speicheldrüsen angeregt, so dass es im Anschluss eine weitere Reinigung des Mundraumes gibt.

Natürlich kann man das Pflanzenöl auch mit ätherischen Ölen aufwerten. Sei es rein für den Geschmack, oder auch mit antimikrobiellen Ölen. Gerade in Zeiten wo viele Viren und Bakterien unterwegs sind ist das sehr hilfreich.

Einige Vorteile des Ölziehens: Entzündungen und Kariesentstehung werden gehemmt, das Zahnfleisch verbessert, die Verdauung angeregt, und durch die Entgiftung auch das Hautbild verbessert.

Zungeschaben und Ölziehen kann man natürlich „nur“ als Kur für einen gewissen Zeitraum machen, aber besser man macht es grundsätzlich jeden Morgen. 

Senfkorn-Detox-Kur

weiße Senfkörner

Wie bei vielen andern alten Haus- & Naturmitteln ist auch beim Senf, genauer beim weißen Senf oder auch Gelbsenf, die Heilkraft in vergessenheit geraten.
Dabei hat der weiße Senf einiges zu bieten: er reinigt auf sanfte Weise das Blut, stärkt das Immunsystem, hat keim- & parasitenabwehrende Wirkung, ist entzündungshemmend, und fördert die Durchblutung.

Verantwortlich für Geschmack und Wirkung sind in erster Linie die Senfölglycoside. Aktiviert werden sie erst beim Zerkleinern der Samen, wenn sich verschiedene Stoffe mischen.

Im 18. Jahrhundert wurde der Senf „modern“ und baute sich langsam seine Fanbasis auf, bis er im 19. Jahrhundert in Teilen von den USA, England und Frankreich ein regelrechts „Allheilmittel“ wurde. Basis war u.a. das Buch „Observations on the Efficacy of the White Mustard Seed, Dr. Charles Turner Cooke, New York, 1827“ (Beobachtungen zur Wirksamkeit von weißem Senfsamen). Online lesbar hier , bestellbar bei Amazon USA oder Amazon UK. Vielleicht auch in einem Antiquariat in Deiner Nähe.

In dem Werk werden über 40 Krankheitsbilder angegeben, bei denen der weiße Senf helfen soll. Nach dem Boom geriet der Senf allerdings mit der Zeit immer weiter in Vergessenheit.

„Der gesunde Darm ist die Wurzel aller Gesundheit“ Hippokrates (460 – 370 v. Chr.).
Die genaue Wirkweise ist noch nicht ganz geklärt, aber der Senf hilft dem Darm wohl mit seinen keimtötenden, entzündungshemmenden und reinigenden Wirkstoffen. (Dass er hilft steht fest, die Wissenschaft versucht aber noch den „einen“ entscheidenden Stoff zu finden).

Die Senfkorn-Kur
Normaler Weise wird eine Detox-Kur mit weißem Senf 3 Wochen lang durchgeführt. Wer sie gut verträgt, kann sie aber auch auf bis zu 6 Wochen ausdehnen.

In geringen Mengen wirkt Senf stuhlerweichend, in hohen Mengen auch abführend. Bei der Verbesserung des Stuhlgangs werden dann auch entsprechnde Schadstoff mit abgeführt. Das Lösen von Schadstoffen im Körper (künstlichs Stoffe, Schwermetallverbindungen usw.) kann mit anderen Kräutern, Tees und ätherischen Ölen unterstützt werden.

Es gilt also, die individuell richtige Menge zu finden. Dr. Cooke empfiehlt 3 mal täglich (vor dem Frühstück, vor dem Mittagessen, vor der Nachtruhe) die gleiche Menge ein zu nehmen. Ein guter Anhaltspunkt ist 1 Teelöffel.
Sebastian Kneipp empfahl 1 – 2 Esslöffel am Tag.

Entscheidend ist, dass keine abführende Wirkung eintritt. Eine normale Ausscheidung von 1 bis 2 mal am Tag ist das Ziel.

Die Kur selbst ist ganz einfach: Die Senfkörner werden ganz und unzerkaut mit einem Glas Wasser runtergeschluckt. Fertig.
Natürlich sollten die Senfkörner möglichst frisch sein. Und es empfiehlt sich auch, während der Kur auf „Völlerei“ und der gleichen zu verzichten, damit der Körper wirklich ausgemistet werden kann, bevor wieder neuer „Müll“ herein kommt.

Detox-Kur mit Wacholderbeeren

Wacholderbeeren und auch das Wacholder-Öl unterstützt den Körper bei der Verdauung. Verantwortlich dafür sind vor allem die Bitter- & Gerbstoffe. Abgesehen von einer besseren Verdauung wird dem Wacholder aber noch viel mehr an Heilwirkung nachgesagt: er ist nierenanregend, magenstärkend, antidiabetisch, blutdrucksenkend, augenstärkend, entgiftend, harntreibend, blutreinigend, schleimlösend.

Ausserdem soll er bei Rheuma, Gicht und Muskelschmerzen helfen.

Wacholderbeeren am Baum
Dadurch eignet er sich sehr gut für eine Detox-Kur um die Abwehrkräfte zu steigern und Magen, Darm, Lunge und Blut zu reinigen. Allerdings ist er nicht für Nierenkranke, Schwangere, Stillende und Kinder unter 12 Jahren geeignet.

Schwangere und Stillende sollten aber sowieso keine Detox-Kur machen, da die gelösten Giftsoffe vor der Ausscheidung im Blut zirkulieren, bzw. auch über die Muttermilch ausgeschieden werden können.

Wacholder-Kur nach Sebastian Kneipp.

Die Wacholderbeeren werden im Mund zerkaut bis sie einen feinen Brei ergeben, der süßlich schmeckt. (Und keine Angst, es schmeckt besser wie es klingt.) Dann herunterschlucken. Begonnen wird am 1. Tag mit 4 Beeren, dann jeden Tag eine mehr, bis am 12. Tag 15 Beeren erreicht werden. Dann jeden Tag wieder eine weniger bis zu 4 Beeren.
Mann muss nicht alle Beeren auf einmal essen. Wem das zu viel ist kann die Tagesdosis auch auf 2 oder 3 Portionen aufteilen.

Wacholder-Tee-Kur

Übergieße 1 Teelöffel Wacholderbeeren mit 1/4 Liter kochendem Wasser und lasse ihn 5 Minuten ziehen, dann abseihen. 2 – 3 Wochen lang täglich bis zu drei Tassen trinken.

Leberwickel

Die Leber ist unser zentrales Stoffwechsel- und Entgiftungsorgan. Sie ist Eisendepot, Zuckerlager und Vitaminspeicher. Die Leber filtert unser Blut und sortiert dabei schädliche Substanzen, Gifte und Abbauprodukte aus. Außerdem produziert sie Galle für die Fettverdauung und verwandelt das Eiweiß aus der Nahrung in das wichtige körpereigene Eiweiß. Auch an der Hormonproduktion, bzw. regulation ist sie beteiligt.
Im übrigen können auch andere Probleme, wie z.B. Migräne mit Leberproblemen zusammen hängen.
Es ist also sehr ratsam, sich um seine Leber zu kümmern.

Nimm eine heiße Wärmflasche, ein Kirschkernkissen (oder einfach ein mit heißem Wasser getränktes Tuch) und schlage es in ein feuchtes Handtuch. Dieses Päckchen legst Du Dir dann auf die Leber (rechte Körperseite unter dem Rippenbogen), legst ein trockenes Handtuch darüber und legst Dich dann 10-15 Minuten auf die Couch oder ins Bett.

Schnapp Dir ein Buch oder eine Zeitschrift, hör Dir schöne Musik an und entspanne Dich und Deine Leber. Du kannst einen Leberwickel noch wirksamer machen, wenn Du Dir unter den Wickel einen Tropfen ätherisches Öl aufrtägst. Geeignet dafür sind z.B.:
Fenchel-Öl (gut für den Verdauungstrackt),
Rosmarin-Öl (entgiftet Leber und Galle),
Kamillen-Öl (stärkt und beruhigt Leber und Verdauungstrakt),
Geranien-Öl (reinigend und stärkend für die Leber),
Immortellen-Öl (entgiftend und reinigend für die Leber)

Die ideale Uhrzeit für einen Leberwickel ist zwischen 13 und 14 Uhr.

Detox-Kur mit Brennnesseltee

Frisch aufgegossener Kräutertee

Von ihren Eigenschaften her ist die Brennnessel: blutbildend, stoffwechselanregend, durchfallhemmend, blutdrucksenkend, schleimlösend, wassertreibend, stärkend, blutreinigend und cholesterinsenkend. 

Also eine super Detox-Pflanze! Ausserdem enthält sie sehr viele sekundäre Pflanzenstoffe und Mineralien.
 
Eine Detox-Kur mit Brennnessel ist ganz einfach: 3 – 4 Wochen lang 3 mal täglich eine Tasse Brennesseltee trinken. 
Für eine Tasse 1 TL getrocknete Brennnessel-Blätter mit heißem Wasser übergießen und 10 Minnuten ziehen lassen. 
Oder eine ganze Kanne über den Tag verteilt trinken. 
Im Frühjahr haben die Blätter aber noch nicht so viele Wirkstoffe. Deshalb besser im Herbst ernten und trocknen. Oder fertigen Tee (auf Qualität achten!) kaufen.

Bei weiteren Fragen zum Fasten und zu Detox nimm einfach Kontakt zu mir auf. 

Gerne auch, wenn Du weitere Fragen hast zur Aromatherapie im Alltag, ätherischen Ölen, einen gesunden Lebensstil, oder der Frage, wie man damit Geld verdienen kann.

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